13.10.2012

100jähriges Schuljubiläum/Absolvententreffen

Begegnungen

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Catrin Nahrendorf berichtet:

 

Es war unglaublich, das Absolvententreffen am 13.10.2012 anlässlich der 100 – Jahr – Feier der Geschwister – Scholl – Schule. 

Diese Samstagsveranstaltung bildete den Auftakt zu einer fulminanten Festwoche. 

 

Aus vielen Teilen Deutschlands reisten ehemalige Schüler an und nahmen dabei einen Anfahrtsweg von bis zu 700 Kilometern in Kauf 

Ungläubiges Staunen zeigte sich auf allen Gesichtern bei geführten Rundgängen durch das komplett sanierte, zum Teil original wiederhergestellte Gebäude, und es gab niemanden, der nicht des Lobes voll war.

Besonders ältere Absolventen hoben die tollen Lehr- und Lernbedingungen für Lehrer und Schüler von heute hervor. Wehmütig wurde mit der eigenen Schulzeit verglichen. 

Doch auch von den nahezu 100 jungen Leuten, die der jetzigen Mittelschule noch vor wenigen Jahren glücklich mit ihrem Abschluss in der Tasche den Rücken kehrten, würden etliche furchtbar gerne zurückkommen und noch einmal die Schulbank drücken. 

Nicht selten bezeichneten gleichwohl Absolventen der einstigen Erweiterten Oberschule ihre Schulzeit als „die schönsten Jahre“ ihres Lebens. 

Untermauert wurde diese Feststellung durch das Erzählen amüsanter Erlebnisse, witziger Anekdoten und frecher Streiche, die man den Lehrern damals spielte. (Nein, dies ist kein Phänomen der heutigen Zeit! Auch vor Jahrzehnten waren Kinder froh, den „Pauker“ ärgern zu können – und wahrscheinlich sogar erfindungsreicher!) 

Die meisten dieser „Ach, weißt du noch?“ - Geschichten wurden an einem riesigen Tisch voller zum Teil uralter Fotos ausgetauscht. Besonders die Bilder von ehemaligen Lehrern gingen von Hand zu Hand, und jeder konnte etwas Neues und Interessantes zu den Menschen und ihrer Lebensgeschichte erzählen. Dabei fiel auf, mit welchem Respekt noch immer von den Personen gesprochen wurde. Ebenso wurden auf alten Klassenfotos oder Aufnahmen von Schulausflügen Freunde entdeckt, die man schon lange aus den Augen verloren hatte. 

Natürlich gab es auch Geschichten über politische Zwänge, Einschüchterung und Angst. Die vier Absolventen aus den 40er Jahren – die älteste Teilnehmerin legte ihr Abitur 1942 (!) ab – sprachen besonders über die furchtbare Zeit des Krieges, die 13 aus den 50er Jahren über den Aufbau der DDR und die Schwierigkeiten, die dies auch für das Bildungssystem mit sich brachte. 

Allerdings überwog bei allen – auch bei den ca. 60 ehemaligen Schülern der 60er, 70er und 80er Jahre – das positive Erinnern. 

Gelebte Geschichte – man hätte stundenlang zuhören können! 

Ob nun beim Gedankenaustausch mit alten Schulfreunden, im Begegnungscafé bei einem leckeren kleinen Imbiss, beim Betrachten von Fotos und anderen Zeugnissen älterer und jüngerer Schulgeschichte, beim Volleyball – oder Schachturnier, bei Gesprächen mit dem stets dicht umlagerten Schulleiter und den anwesenden Lehrern - der Grundtenor war:

 

  Was für eine wunderschöne Schule zum Wohlfühlen!