Oberschule Geschwister Scholl Auerbach wird mit Plakette „Behindertenfreundliche Einrichtung“ ausgezeichnet

Inklusion wird hier gelebt

Als dritte Einrichtung des Vogtlandkreises erhielt die Oberschule Geschwister Scholl Auerbach am Tag der Inklusion die Plakette „Behindertenfreundliche Einrichtung“.


Zuvor erhielten der Zweckverband Öffentlicher Nahverkehr Vogtland (ÖPNV) und der Waldpark Grünheide, als größte sächsische Kinder- und Jugenderholungseinrichtung diese Auszeichnung, die der Behindertenbeirat des Vogtlandkreises unter Vorsitz der 2. Beigeordneten Anneliese Ring seit vier Jahren vergibt. Die Oberschule Geschwister Scholl, die bis 2012 saniert und behindertengerecht umgebaut wurde, wird derzeit von rund 400 Schülern besucht, acht von ihnen haben eine Behinderung bzw. Handicap. Vor vierJahren begann man mit zwei autistischen Schülern,später kamen drei körperlich Behinderte und ein emotional zu förderndes Kind dazu, stellt Schulleiter Klaus Batsch die aktuelle Situation dar. Die Schüler haben hier gleich zweimal gute Bedingungen. Zum einen, weil die Schule mit Fahrstuhl, Behindertentoiletten und barrierefreien Zugängen in allen Zimmer zu erreichen ist, und zum anderen, weil auch bei Lehrern und Schülern Barrieren in den Köpfen abgebautsind, berichtet Batsch vom Erfolg der gelungenen Inklusion. Ausdrücklich bedankte er sich bei der Stadt Auerbach und bei der Landkreisverwaltung für die Unterstützung und die guten Voraussetzungen für Lehrer und Schüler. Anneliese Ring erinnerte an den Sinn des Tages der Inklusion, der jedes Jahr am 5. Mai begangen wird und das Zusammenleben von Menschen mit oder ohne Behinderung im Visier hat. Überall, ob in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel und in der Freizeit, können Menschen mit und ohne Handicap zusammen sein, dann gelinge auch Inklusion. Hier in der GeschwisterScholl-Oberschule ist sie zu Hause, so Ring. Mit der Aktion „Lieblingsplätze für alle“ konnten 2014 bereits viele Vorhaben umgesetzt werden. Rund 172.000 Euro flossen in Rollstuhlrampen, barrierefreie Zugänge, Höranlagen und Treppenlifte, mit denen öffentliche Einrichtungen ausgestattet wurden, die bisher behinderten Menschen verschlossen blieben. Eine ähnliche Summe ist auch für dieses Jahr geplant und für 2016 in Aussicht gestellt, macht die Behindertenbeauftragte Anneliese Ring all jenen Mut, Anträge zu stellen, um in den Genuss verbesserter Bedingungen zu kommen, die Inklusion möglich machen. Pro Jahr gibt der Behindertenbeirat etwa 40 bis 60 Stellungnahmen zu Bauvorhaben ab, die er zuvor auf barrierefreie Zugänge prüft, macht Ring auf weitere Aufgaben des Behindertenbeirates aufmerksam.


Artikel : Kreisjournal Vogtlandkreis 05/2015, Seite 17